Mit der Firmware-Version 1.88 wird der offizielle BACnet-Standard unterstützt. Dieses Menü finden Sie nur nach einem Update auf mindestens diese Firmware-Version.
Die Geschichte von BACnet
Im Jahr 1987 gründete ASHRAE das SPC2 135P-Komitee, das Mitglieder von Unternehmen wie Andover Controls, Honeywell und Trane umfasste, um ein Kommunikationsprotokoll für das Energiemanagement von Gebäuden zu etablieren. Nach mehreren Vorschlägen wurde BACnet im Dezember 1995 als ASHRAE/ANSI-Standard angenommen und später in Europa als DIN V ENV 1805-1 anerkannt. BACnet hat sich seitdem zu einem weit verbreiteten Standard in den USA entwickelt, der eine flexible und erweiterbare Gebäudeautomation ermöglicht.
Die Zukunft von BACnet: BACnet über IP
Mit BACnet über IP geht BACnet weiter:
Bestehende IT-Infrastrukturen können genutzt werden, was die Implementierungskosten erheblich senkt. Letztendlich benötigen Sie nur einige BACnet-kompatible Netzwerkgeräte wie Router und Switches mit den heutigen Standard-RJ45-Ports.
Anforderungen
BACnet über IP basiert auf bestehenden TCP/IP-Strukturen, erweitert diese jedoch um viele Funktionen, die in der Gebäudeautomation erforderlich sind. Es ist wichtig, dass ein BACnet-Gerät nur funktioniert, wenn die entsprechende Infrastruktur das Routing des erweiterten BACnet-Protokolls unterstützt - beispielsweise müssen Router und Switches auch in der Lage sein, BACnet über IP zu verarbeiten. Alternativ müssen BACnet-kompatible Router installiert werden, um BACnet-Segmente miteinander über gemeinsame Netzwerkhardware zu verbinden. Für die genaue Konfiguration der bestehenden BACnet-Infrastruktur wenden Sie sich bitte an Ihren lokalen Systemadministrator.
Erforderliche Ports zur Nutzung von BACnet über IP
BACnet verwendet das UDP-Protokoll und in der Regel diese Standard Ports:
- 47808 oder 47809
Hinweis:
Anders als bei z.B. Modbus over IP sind die Standardports nicht verbindlich:
BACnet gibt hier keine Vorgabe über die verwendeten Ports. Wenn Sie statische Ports vergeben, können Sie beliebig einen Port für Ihr BACnet-System einrichten. Modernere BACnet-Port-Objekte erfordern hingegen die Unterstützung in den Bereichen 47808 - 47823 (0xBAC0 - 0xBACF) und 49152 - 65535, wobei letztere für dynamische Portbereiche zuständig sind.
Wenden Sie sich an den lokalen Systembetreuer, hier den korrekten Port zu erfahren.
Für diesen Konfigurationsschritt benötigen Sie die folgenden Menüs:
BACnet über IP funktioniert nicht „out of the box“ - es sind einige Konfigurationsarbeiten erforderlich. Öffnen Sie dazu das Menü Dienste und klicken Sie auf BACnet. Das folgende Konfigurationsmenü wird angezeigt:
Device ID
Die Device ID ist eine eindeutige, vorzeichenlose Dezimalzahl, die jedem BACnet-Gerät innerhalb eines Netzwerks zugewiesen wird. Ihr Wert liegt üblicherweise zwischen 0 und 4.194.302. Jedes Gerät in einem BACnet-Netzwerk muss eine einzigartige Device ID besitzen, unabhängig davon, in welchem physischen Netzwerksegment es sich befindet. Selbst Geräte, die über MS/TP kommunizieren und somit eine MAC-Adresse besitzen, benötigen eine eindeutige Device ID, um im BACnet-Netzwerk eindeutig identifizierbar zu sein.
MS/TP-Geräte kommunizieren häufig über ein Gateway mit BACnet/IP-Geräten, wobei die Device ID als primäre Identifikation dient.
Network ID
Die Network ID ist ein eindeutiger Bezeichner innerhalb eines IP-Netzwerks, der angibt, zu welchem Netzwerksegment ein Gerät gehört. Sie ist vergleichbar mit der Postleitzahl einer Adresse, die den Ort bestimmt. Jedes Gerät in einem IP-Netzwerk benötigt eine einzigartige IP-Adresse, die aus der Network ID und der Host ID besteht. Die Network ID definiert dabei den Netzwerkbereich, während die Host ID das Gerät innerhalb dieses Bereichs identifiziert.
Es ist wichtig, dass die Network IDs innerhalb eines Netzwerks eindeutig sind, um eine korrekte Kommunikation zwischen den Geräten zu gewährleisten. Wird ein Gerät in ein anderes Netzwerksegment verschoben, muss in der Regel auch die Network ID angepasst werden. Die Zuweisung von Network IDs erfolgt entweder statisch durch einen Netzwerkadministrator oder dynamisch über das Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP).
APDU-Timeout
APDU steht für "Application Layer Protocol Data Units", was einfach das tatsächliche Paket im BACnet-Netzwerk bedeutet. Ein Timeout ist dabei die Zeit in Millisekunden, die der CS141 wartet, bevor er davon ausgeht, dass das Datenpaket einfach nicht mehr auftauchen wird und bei Bedarf einen entsprechenden Hinweis protokollieren.
Da es sich hierbei um ein UDP – Protokoll handelt, ist es nicht ungewöhnlich, wenn ein oder mehrere Packet einfach mal verschwinden.
Device Description
Tragen Sie in diesem Feld eine Beschreibung der Gerätefunktion ein. Wenn Sie später mit einem BACnet-Browser den CS141 auslesen, wird Ihnen diese Information als Device Description angezeigt. Diese Beschreibung ist insofern wichtig, da sie hilft, bei vielen ähnlichen Geräten den Überblick zu behalten.
Device Location
Die Device Location kann je nach Netzwerkdesign sowohl einen physikalischen als auch einen Standort des Geräts innerhalb des Netzwerks wiedergeben. Was genau als Device Location angegeben werden soll, hängt von den Vorgaben des jeweiligen Netzwerks sowie dessen Funktion ab. Tragen Sie hier die notwendigen Informationen ein, mit denen Sie ein Gerät vom Standort her schnell wiederfinden können.
Model Name
Model Name ist eine Freitext Beschreibung des Geräts oder im Fall von BACS eventuell auch der angeschlossenen Geräte wie z.B. die USV oder die Registrierungsnummer einer BACS-Anlage, etc. Hierüber können zusätzliche Informationen für das abfragende System bereitgestellt werden.
UDP Port
Der CS141 verwendet als Standard den Port 47808 – Sie können jedoch jeden beliebigen Port zuweisen und so den CS141 an Ihre bestehende Infrastruktur anpassen. Wenden Sie sich für die korrekte Einstellung an Ihren zuständigen Systembetreuer.
Aktivieren von BACnet
Der BACNet Service ist standardmäßig deaktiviert. Unter Dienste>Konfiguration den BACnet – Support aktivieren, indem Sie den Schieberegler bei BACnet auf ON setzen. Der CS141 wird im Hintergrund den entsprechenden Dienst aktivieren und auf Anfrage BACnet – Daten bereitstellen.
v.: 2025-07-23 FW 2.16-2.26
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